Warum muss es eigentlich ausgerechnet ein Dobermann sein?

Diese temperamentvollen Hunde mit ihrem schier nicht zu bändigenden Jagdtrieb, dem vor Kraft, Tatendrang und Selbstbewusstsein (ist aber gar nicht immer so!!) strotzenden Charakter – sie machen es einem wirklich nicht immer leicht!
Warum nicht eine nette, beliebte Hunderasse, die in der Erziehung nicht ganz so anspruchsvoll ist, ein Hund der einfach so im Tagesablauf mitläuft, der Fehler in der Erziehung eher verzeiht und mit dem man nicht täglich joggen gehen, Biketouren oder Wanderungen machen muss, damit er abends zufrieden auf seinem Platz liegt? Tja, warum tue ich mir das an???

Es muss wirklich eine Art Krankheit sein.
Fast alle Dobermannbesitzer sprechen von einem «Virus» – und in der Tat: hat man sich einmal auf diese Hunde eingelassen, ist es unendlich schwierig, wieder von ihnen los zu kommen!

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Fangen wir bei den ganz praktischen Dingen an. Das kurze, pflegeleichte Fell.
Ein Dobi haart zwar auch, aber man braucht ihn weder zu bürsten noch zu baden, außer er wälzt sich mal in einem Sch.. haufen (Dachs bevorzugt!). Sein Fell glänzt bei guter Haltung immer, und der Hund verströmt kaum Hundegeruch. Der Nachteil des kurzen Fells: Im Winter kann ein Dobi schon mal frieren, wenn er sich nicht bewegt und z.B. im Auto warten muss. Auch Regenwetter schätzen diese Hunde nicht wirklich!

Der Dobermann gehört zu den Gebrauchshunderassen. Das sind alles Rassen, die am liebsten „berufstätig“ sind. Das heißt, man muss dem Tier neben körperlicher auch geistige Auslastung bieten können. Also, Hundesport in irgendeiner Form ist ein MUSS !

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Wie gesagt, ein Dobermann läuft nicht so nebenbei. Man muss ihn wirklich wollen, auch körperlich. Denn er begleitet einen wie ein Schatten. Er ist immer da, wo man gerade selber ist. Und dann am liebsten ganz eng mit Körperkontakt. Ein Dobermann, im Zwinger gehalten, führt in meinen Augen ein ganz trauriges Leben (wie eigentlich jeder Hund!!!). Der Dobermann braucht die tägliche Beschäftigung, bei der es nur um ihn geht. Nicht spazieren an der Leine um den Häuserblock oder am Kinderwagen! Da wird man mit einem solchen Hund nicht glücklich werden! Und der Hund mit uns auch nicht!
Ich höre immer wieder, ein Dobi sei auch nur ein Hund wie andere Hunde auch… Ja, natürlich schon, aber irgendwie auch wieder nicht…!

Sie sind ganz klar die Vollblüter unter den Hunden und alles fällt bei ihnen einen Zacken heftiger, intensiver und triebiger aus. Oft kommen die Probleme mit der ersten Pubertät. Ob Rüde oder Hündin, in dieser Phase  testen sie nochmals alles aus und versuchen, die Grenzen neu abzustecken. «Erste Pubertät» sage ich ganz bewußt, denn irgendwie scheint es mehrere zu geben! Immer mal wieder, wenn auch in zunehmend größer werdenden Abständen.

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Einen Dobermann in der heutigen Zeit in unserer überaus anspruchsvollen Gesellschaft zu einem sozialen, umgänglichen, überdurchschnittlich folgsamen Begleiter zu erziehen, braucht viel Zeit, noch mehr Geduld,
Verantwortungsbewusstsein und manchmal auch eine dicke Haut, denn leider kommen die Hunde nicht so auf die Welt, wie sie sich heute in unserer Gesellschaft benehmen sollten! Man muss immer wissen, was für einen reaktionsschnellen Hund man an der Leine führt. Man wird immer ein Auge auf ihn haben müssen! Alles vor ihm zu sehen, voraus zu denken und zu spüren, ist schwierig und anstrengend. Man kann nicht in Gedanken versunken vor sich hin trotten, wenn man einen Dobermann bei sich hat! Im Umgang mit Artgenossen ist ein Dobi nicht immer nur freundlich. Auch hier gilt es, wachsam zu sein. Vor allen Dingen bei einem Rüden. Aber sogar Hündinnen können ziemlich zickig sein.

Und doch sind diese Hunde einfach einmalig!
Sowohl in ihrer Erscheinung, als auch in ihrer, der  eigenen Familie gegenüber äusserst liebevollen und treuen Art. Für mich eine der schönsten Hunderassen der Welt! Ich gebe zu, ich habe das Dobivirus!!!

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© Prologue written by Helga Altorfer in August 2009

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